Zweiradinnung Baden-Württemberg - Branchentreff in Breisach

Sven Steinlein und Werner Metzger begrüßten die Innungsmitglieder in der neuen Aula der Gewerbeschule Breisach (v.l.n.r.), Foto: Stephan Maderner

Zweiradinnung Baden-Württemberg

Branchentreff in Breisach

Die Kfz-Technik Gewerbeschule Breisach war am 23. Oktober Treffpunkt der Fahrrad- und Motorradbetriebe, die in der Zweiradmechaniker-Innung Baden-Württemberg organisiert sind. In der Aula der im Sommer 2020 eröffneten Räumlichkeiten des Technologiezentrums Kfz-Technik in der Fritz-Roth-Straße 4 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung statt.

Gastgeber und Schulleiter Sven Steinlein, stilecht angereist auf seinem Ural-Gespann, begrüßte die Zweiradprofis. Er hatte gute Nachrichten im Gepäck: Mit stolz geschwellter Brust verkündete er, dass der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald 15 Millionen Euro für einen kompletten Neubau des Hauptgebäudes im Grüngärtenweg 10 bewilligt habe. Die Bautätigkeiten sollen 2027/28 abgeschlossen sein. „So hat der Bildungsstandort Breisach Zukunft“, meint Steinlein.

Die Gewerbeschule genießt unter Zweiradmechatronikern (Fahrrad und Motorrad) über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf. Die Schule zeichnet sich durch engagierte und fürs Thema Zweirad brennende Lehrkräfte aus, ist hervorragend mit Schulungs-Motorrädern und -fahrrädern ausgestattet und setzt unter anderem auf moderne Lehrmittel wie fahrbare Mediawalls (interaktive Displays von VS Schulmöbel) oder moderne Diagnosesysteme und Prüfstände.

Neben der allgemeinen Ausbildung zum Zweiradmechatroniker gibt es in Breisach auch eine Meisterschule. Als Ergänzung der praktischen Ausbildung im Betrieb werden von der benachbarten Gewerbeakademie Freiburg überbetriebliche Lehrgänge in Motorrad- und Fahrradtechnik angeboten. Verantwortlich für den Zweiradbereich ist Fachbereichsleiter Achim Schulz. Im Motorradbereich lehrt unter anderem Andreas Kienzle, bekannt von seinen Live-Auftritten „Lebendige Werkstatt“ auf der Messe Motorradwelt in Friedrichshafen.

Obermeister Werner Metzger sieht die Zweiradinnung Baden-Württemberg auf dem richtigen Weg. Die Zahl der Mitglieder habe sich seit 2019 von 53 auf 63 erhöht. „Die Innung entwickelt sich ganz gut“, so Metzger. Dazu trage auch das Kommunikationsinstrument Homepage bei, die seit der Überarbeitung durch die Kreishandwerkerschaft Freiburg mit Geschäftsführer Bernhard Ritter „super“ laufe.

Die Innungsmitglieder diskutierten auf ihrer Versammlung auch eine aktuelle Tarifempfehlung des Obermeisters zu den Bezügen der Angestellten, die dringend angepasst werden müssten, um mit anderen Branchen – insbesondere der Konkurrenz der Industrie – mithalten zu können. Das gleiche gelte für die Ausbildungsvergütungen, die durch das angekündigte Mindestlohngesetz ebenfalls unter Druck stünden. Vorstandsmitglied Michael Groß aus Fellbach (Schmiden) erläuterte den anwesenden Innungsmitgliedern, welche vielfältigen Leistungen die Mitglieder vom Bundesinnungsverband Zweiradhandwerk (kurz: BIV) bekommen, an den ein Teil der Mitgliedsbeiträge gehen. „Der BIV repräsentiert das Handwerk gegenüber der Politik“, so Groß.

»bike & business«-Chefredakteur Stephan Maderner skizzierte in seinem Vortrag „Wohin steuert der Motorradmarkt?“ den aktuellen Status quo der motorisierten Zweiradbranche und seine Herausforderungen für die Zukunft. Die bestünden nach dem herausragenden Coronajahr 2020 vor allem aus Lieferengpässen von Motorrädern und einem 2021 veränderten Kundenverhalten mit mehr Präferenzen auf Reisen und Restaurantbesuche und dadurch leicht zurückgehenden Neuzulassungszahlen. Dennoch erweise sich der Markt als äußerst robust und weise ein höheres Niveau auf als in den Vorkrisenjahren 2018 und 2019. Zudem sorgten die neuen Führerscheinfreiheiten für Kundennachschub und generell genieße die individuelle Mobilität auf zwei Rädern in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert.

Über die Situation des Fahrradmarktes hatte sich Michael Bollschweiler, Chefredakteur des »Rad-Marktes« Gedanken gemacht. Weil er krankheitsbedingt passen musste, verlas Obermeister Werner Metzger dessen Thesen. Die Branche erlebe seit Corona einen beispiellosen Fahrradboom. Leider werde der Aufschwung durch unterbrochene Lieferketten, teure Container und den Fachkräftemangel gegenwärtig etwas eingebremst. Die Versorgung mit Fahrrädern und Ersatzteilen bleibe schwierig. Die Nachfrage bleibe hoch, das Angebot rar. Jetzt gelte es, die Kunden verstärkt aufzuklären und um etwas Geduld bei der Befriedigung ihrer Kauflust zu werben.
 

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